Sanierung der Mundhöhle im Vorfeld der Behandlung

Nehmen Sie Medikamente ein, die den Knochenabbau reduzieren? Damit Ihnen weitere Komplikationen erspart bleiben, sollte Ihr Gebiss vor dem Beginn der Therapie kompetent chirurgisch saniert werden.

Bei der Therapie mit antiresorptiven Medikamenten, die den Knochenabbau reduzieren, kann es zu medikamenten-assoziierten Kiefernekrosen (Absterben von Zellen des Kieferknochens) kommen. Der Einsatz dieser Medikamente stellt eine Herausforderung dar, weil man ihren therapeutischen Nutzen immer in Zusammenhang mit der Grunderkrankung abwägen muss. Deshalb sind vorbeugende Maßnahmen sowie eine frühzeitige Diagnose und Behandlung im gegenseitigen Austausch zwischen Zahnärzt:innen und Kieferchirurg:innen sowie weiteren behandelnden Fachärzt:innen notwendig.

Arzneimittel, die in den Stoffwechsel der Knochen eingreifen (Bisphosphonate) und Antikörper zur Behandlung von Osteoporose und Knochentumoren (Denosumab) spielen eine bedeutende Rolle in der Therapie von Erkrankungen des Skelettsystems. Diese antiresorptiven Medikamente werden vor allem zur Behandlung von Osteoporose und einer die Knochen betreffenden malignen Erkrankung eingesetzt. Ihre Wirkung beruht darauf, dass mehr Knochen aufgebaut als abgebaut wird. Bei einer verspäteten Diagnose oder Behandlung kann die medikamenten-assoziierte Kiefernekrose kompliziert und behandlungsintensiv verlaufen. Es besteht vor allem die Gefahr, dass es zu einem umfangreichen Verlust von Kieferabschnitten kommen kann. Deshalb sollte die Therapie der diagnostizierten Erkrankung aus unserer Sicht auf keinen Fall aufgeschoben werden. Abhängig von Grunderkrankung und Allgemeinzustand soll eine Mundhöhlensanierung durchgeführt werden, dazu gehören

  • das Entfernen von Belägen am Restzahnbestand
  • das Ziehen abgestorbener, noch nicht wurzelbehandelter Zähne mit fortgeschrittener Karies oder Parodontose
  • die Extraktion von Wurzelresten und nicht erhaltenswerten Implantaten
  • eine konservierende Therapie am Restzahnbestand wie das Glätten scharfer Kanten
  • die chirurgische Sanierung dauerhafter Gewebedefekte
  • das Abtragen von scharfen Knochenkanten und Auswüchsen an den Zähnen
  • die Sanierung von Schlupfwinkelinfektionen (Perikoronitis)

Eine vorbeugende Entfernung von erhaltungswürdigen Zähnen sollte nicht erfolgen. Unsere Patient:innen werden aber zu einer überdurchschnittlichen Mundhygiene sowie einer Prophylaxe bei ihrem Hauszahnarzt oder ihrer Hauszahnärztin motiviert. Über den angemessenen Umfang Ihrer Zahnsanierung entscheiden wir als MKG-Spezialist:innen ganz individuell.